IVDD bei Hunden: Die Krankheit verstehen – von ersten Anzeichen bis zur Prävention

Wenn bei Ihrem Hund IVDD diagnostiziert wurde, ist es ganz natürlich, dass Sie sich Sorgen machen und unsicher sind, was als Nächstes kommt. Dieser Zustand tritt oft plötzlich auf, selbst bei Hunden, die noch Tage zuvor vollkommen gesund schienen. Die Angst, Verwirrung und die Fragen, die Sie möglicherweise beschäftigen, werden von vielen fürsorglichen Besitzern geteilt.

Sie sind hier, weil Sie Ihrem Hund helfen möchten – und das ist bereits wichtig. Mit Verständnis, Geduld und der richtigen Unterstützung können viele Hunde mit IVDD weiterhin ein glückliches und erfülltes Leben führen. Dieser Artikel soll Sie behutsam durch das Thema IVDD führen: Was es ist, wie es sich entwickelt und wie Sie Ihren Hund auf diesem Weg unterstützen können.


Was ist IVDD und wie entwickelt es sich?

IVDD, oder Intervertebrale Bandscheibenerkrankung, ist eine Erkrankung, die die Wirbelsäule im Laufe der Zeit betrifft. Die Bandscheiben zwischen den Wirbeln Ihres Hundes fungieren als natürliche Stoßdämpfer und ermöglichen es dem Rücken, sich bequem und sicher zu bewegen.

Mit fortschreitender IVDD beginnen diese Bandscheiben zu verhärten und an Flexibilität zu verlieren. In vielen Fällen geschieht dies langsam und ohne offensichtliche Anzeichen. Schließlich kann eine geschwächte Bandscheibe vorwölben oder reißen und Druck auf das Rückenmark ausüben. Dieser Druck kann Schmerzen verursachen, Nervensignale stören und in schwereren Fällen zu Schwäche oder Lähmung führen.

Oft löst eine einfache Bewegung – wie das Springen von Möbeln oder eine ungeschickte Landung – das Problem aus, das sich seit einiger Zeit unbemerkt entwickelt hat.


Anzeichen von IVDD erkennen

IVDD-Symptome können bei jedem Hund anders aussehen. Sie können allmählich auftreten, kommen und gehen oder plötzlich entstehen. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um das Risiko langfristiger Nervenschäden zu verringern.

Häufige Anzeichen sind:

  • Steifheit in Nacken, Rücken oder Gliedmaßen

  • Unlust sich zu bewegen, zu springen oder zu klettern

  • Gesenkter Kopf oder gekrümmte Haltung

  • Schwäche oder Wackeln beim Gehen

  • Ziehen eines oder beider Hinterbeine

  • Einknicken der Pfoten

  • Empfindlichkeit bei Berührung oder Bewegung

  • Muskelkrämpfe oder Zittern

  • Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle

  • Teilweise oder vollständige Lähmung

Nicht jeder Hund mit IVDD verliert die Fähigkeit zu gehen. Die Symptome hängen davon ab, welche Bandscheibe betroffen ist und wie stark der Druck auf das Rückenmark ist.


Welche Hunde sind anfälliger für IVDD?

Obwohl IVDD jede Rasse betreffen kann, sind einige Hunde aufgrund ihrer Knorpelbildung anfälliger. Diese chondrodystrophen Rassen entwickeln IVDD tendenziell in jüngerem Alter, oft zwischen drei und sechs Jahren.

Häufig betroffene Rassen sind:

  • Dackel (am häufigsten betroffen)

  • Französische Bulldoggen

  • Corgis

  • Beagles

  • Basset Hounds

  • Cocker Spaniel

  • Pudel

  • Shih Tzus

  • Pekinesen

Größere, nicht-chondrodystrophe Rassen – wie Deutsche Schäferhunde, Labradore und Dobermänner – können ebenfalls IVDD entwickeln. Übergewichtige Hunde, unabhängig von der Rasse, haben ein erhöhtes Risiko für Wirbelsäulenbelastungen.


Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose beginnt mit einer tierärztlichen und neurologischen Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT-Scans, MRTs oder Myelographien können eingesetzt werden, um den Ort und die Schwere der Wirbelsäulenverletzung zu bestimmen.

Die Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung ab:

  • Milde bis mittelschwere Fälle werden oft mit entzündungshemmenden Medikamenten, Schmerzmitteln und strenger Boxenruhe für mehrere Wochen behandelt.

  • Schwerere Fälle können eine Operation erfordern, um den Druck auf das Rückenmark zu mindern. Die Ergebnisse einer Operation sind in der Regel günstiger, wenn frühzeitig eingegriffen wird, insbesondere bevor ein Hund die Fähigkeit zu gehen verliert.

Nach der Operation wird häufig eine physiotherapeutische Rehabilitation empfohlen, um den Wiederaufbau von Kraft und Mobilität zu unterstützen. Wenn eine Operation nicht möglich ist oder die Funktion nicht wiederherstellt, können Mobilitätshilfen wie Hunderollstühle es Hunden ermöglichen, aktiv und engagiert zu bleiben.


Können Hunde sich von IVDD erholen?

Ja – viele Hunde erholen sich von IVDD, entweder vollständig oder teilweise.

Die Genesung kann eine Operation, konservative Behandlung, Physiotherapie oder eine Kombination von Ansätzen umfassen. Der Fortschritt kann langsam sein, und jeder Hund reagiert anders. Einige erlangen die volle Nutzung ihrer Beine zurück, während andere sich mit unterstützender Pflege und Mobilitätshilfen hervorragend anpassen.

Am wichtigsten sind Zeit, Geduld und die Befolgung der Anweisungen Ihres Tierarztes. Die Heilung verläuft selten linear, aber eine Verbesserung ist möglich.


Unterstützende Pflege: Ruhe, Orthesen und Rehabilitation

Die Boxenruhe ist ein Eckpfeiler der IVDD-Genesung und sollte niemals unterschätzt werden. Die Begrenzung der Bewegung ermöglicht es der Wirbelsäule, zu heilen und hilft, weitere Verletzungen zu vermeiden.

In einigen Fällen kann eine orthopädische Rückenstütze zusätzliche Unterstützung bieten, indem sie die Wirbelsäule stabilisiert und die Belastung reduziert. Obwohl eine Stütze IVDD nicht heilen kann, kann sie ein hilfreiches Hilfsmittel sein, wenn sie zusammen mit Ruhe und tierärztlicher Versorgung eingesetzt wird.

Wie Dr. Terry Fossum, DVM, erklärt:

„Eine Rückenstütze heilt IVDD nicht, aber sie kann helfen, die Wirbelsäule zu stabilisieren und weitere Bandscheibenvorfälle zu reduzieren.“

Stützen sollten unterstützend, aber bequem sein und immer Teil eines umfassenderen Genesungsplans.


IVDD vorbeugen helfen

Obwohl IVDD nicht immer verhindert werden kann, können durchdachte tägliche Gewohnheiten das Risiko verringern:

  • Ein gesundes Gewicht halten, um die Wirbelsäulenbelastung zu minimieren

  • Ein Geschirr anstelle einer Halsleine verwenden

  • Das Springen auf und von Möbeln einschränken

  • Langrückige Hunde beim Anheben vollständig stützen

  • Genesungsrichtlinien nach jeder Wirbelsäulenverletzung sorgfältig befolgen

Am wichtigsten ist es, geduldig zu sein. Die Genesung von IVDD braucht Zeit, und eine stetige, mitfühlende Pflege macht einen wesentlichen Unterschied.

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